Arno Stern verglich die Formulation, das universelle Gefüge der Bildsprache mit der Grammatik der gesprochenen Sprache. Seinen Beobachtungen folgend ist jedes Bild aus den Bestandteilen der Formulation aufgebaut. Arno Stern greift trotz des Vergleichs zur Sprache nicht auf den Begriff Grammatik zurück, um die Bildsprache klar von der verbalen Sprache abzugrenzen. Seine Unterscheidung setzt an der Kommunikationsabsicht an. Laut Arno Stern beinhalten die Bilder das Formulationsgeschehen auch strikt getrennt von künstlerischen Prozessen, da diese Bilder hervorbringen die eine Mitteilungsabsicht beinhalten. Arno Stern zufolge sind die 70 Bestandteile der Formulation Teil jedes Menschen und entspringen einer organischen Erinnerung, welche dem Verstand nicht zugänglich und deshalb nicht in Worten auszudrücken ist. Im Bild jedoch finden diese Erinnerungen ihren Ausdruck. Arno Stern gebraucht den Begriff Ausdruck als von einem Eindruck unabhängig im Sinne des „Nach-außen-Drückens“ Alle Elemente der Formulation erachtet Arno Stern als grundsätzlich jedem Menschen zur Verfügung stehend, wobei individuellen Präferenzen folgend einiger intensiver als andere in den bildnerischen Ausdruck einfließen. Das Formulationsgeschehen vergleicht Arno Stern mit dem Spiel. Er sieht zu Beginn des Spiels zwei Herangehensweisen: aus einer festen Absicht heraus oder aus einer spontanen Notwendigkeit(aus der Tiefe des Inneren) folgend.